Tag 31 - 743 Bäume

Auch zwischen immergrünen Korkeichen gibt es kalte Nächte. Morgens ist alles voller Raureif und meine eingefrorene Zeltplane knartscht beim Zusammenfalten wie ein rostiges Blech. Sehnsüchtig sehe ich der Sonne zu, wie sie höher und höher steigt und hoffe, dass mir heute irgendwann nochmal warm wird. 

Nach etwa einer Stunde Weg kommt ganz weit in der Ferne Salamanca in Sicht.

Ich friere immer noch (siehe Handschuh), doch gibt es erste Frühlingsboten am Weg. Das ist irgendwie ermutigend. Die wirklich warmen Temperaturen habe ich zwar mitsamt dem Kastillischen Scheidegebirge hinter mir gelassen, doch der Frühling kommt. Und obwohl ich nach Norden wandere, werde ich ihm nicht ewig davonlaufen. 

Um die Mittagszeit erklimme ich den Teso de las Zorreras. Von hier aus liegt Salamanca nun tatsächlich greifbar nah direkt vor mir. So warm wie der blaue Himmel glauben macht, ist es zwar nicht, aber ein bisschen angenehmer fühlt es sich inzwischen an. 

Das Reinlaufen nach Salamanca ist wie bei den meisten Großstädten als Fußgänger nur mäßig erbaulich. Doch von der Brücke über den Rio Tormes hat man einen hübschen Blick auf die Altstadt. 

Hier in Salamanca treffe ich Martin, und die nächste Woche werden wir gemeinsam weiterlaufen. Morgen ist erstmal ein Pausentag mit Sightseeing angesagt. Dann folgen mehr Fotos dieser auf den ersten Blick wirklich hübschen Stadt.