Tag 115 - 2824 Bäume

Gleich morgens ein paar Kilometer hinter meinem Schlafplatz erreiche ich das Dorf Monreal, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte, das jedoch einige Titel vorzuweisen hat. Zugegeben, es ist wirklich ganz hübsch. 

Monreal selbst liegt noch in einem tief eingeschnitten Tal, doch nachdem ich mich da herausgearbeitet habe, wird das Land deutlich flacher. Nichts gegen Berge, ich mag sie wirklich gern! Doch für mich als Bewohner der Norddeutschen Tiefebene ist dieser unverstellte Blick in Richtung Rhein zur Abwechslung ganz schön.

Heute laufe ich mal wieder ein Stück auf dem Jakobsweg. Die gelben Pfeile und Muscheln erinnern mich an Südspanien und den Beginn meiner Tour. Ganz Europa ist voll von diesen Markierungen. Man kann ihnen folgen und einfach überall hinlaufen. Wenn Wanderwege den Friedensnobelpreis bekommen könnten, wäre der Jakobsweg ein würdiger Kandidat, finde ich jedenfalls. 

Gegen Mittag taucht vor mir im Tal die Stadt Mayen auf. Hier muss ich ein bisschen was einkaufen, denn morgen ist ja Feiertag. 

Kurz hinter Mayen passiere ich eine Grube, wo früher die sogenannte Mayener Basaltlava abgebaut wurde. Ein witterungsbeständiges Gestein, das in der Mayener Stadtmauer verbaut ist und auch das Erscheinungsbild der umgebenden Dörfern maßgeblich prägt. 

Doch abgesehen von der eher dunklen Farbe der meisten Häuser ist das heute so ein richtiger blau-grün-gelber Schönwetter-Tag. Die Rapsblüte ist wunderschön! Immer wieder muss ich anhalten, um Fotos zu machen. Auch wenn mich das ziemlich aufhält, es geht einfach nicht anders. 

Übrigens, ich habe jetzt um die 150 km in den neuen Schuhen hinter mir und noch keine Blasen! Ein Hoch auf den Outdoorladen "Kleine Fluchten" in Trier https://kleinefluchtenoutdoor.de/trier/. Keine Sorge, mein Blog bleibt werbefrei, aber diesen Laden hier nicht hervorzuheben, wäre einfach unfair, denn die Beratung war erstklassig! 

So schön das mit den Rapsfeldern ist, auch in der Eifel sind die Wanderwege manchmal gesäumt von verzweifelter Häßlichkeit. Kurz bevor ich den Campingplatz für heute Nacht erreiche, würde ich am liebsten mit geschlossen Augen wandern, doch das wäre nicht nur gefährlich, es würde auch nicht viel nutzen, denn den Straßenlarm höre ich ja dennoch. 

Heute Nacht gibt's Dauercamper-Ambiente mit Autobahn in Hörweite. Egal, für morgen ist ja wieder Frühlingsgrün und Waldkautz angesagt. Und so eine warme Dusche ist nicht zu verachten. Ebenso wenig wie ein gesundes Abendessen.