Tag 237 - 5832 Bäume

Grandioser Start in den Tag: Müsli mit richtig viel Kakao. Das Ganze bei herrlicher Aussicht und in meiner neuen Lieblingshose! 

Wenn man extra so lange ausschläft, dass ein Regentag mit einer Regenpause beginnt, dann ist alles halb so schlimm. 

Leider ist der Regen heute sehr fleißig und gönnt sich von jetzt an keine Auszeit mehr, so dass sich das Rasten am Wegesrand ziemlich nasskalt anfühlt. 

Doch bald schon kündigt sich Zivilisation an, wo ich auf ein trockenes Plätzchen hoffen kann. 

Blöderweise stehen diese Willenkommensschilder aus Fußgängerperspektive oft meilenweit vor den Ortschaften. Besonders wenn einem der Magen in den Kniekehlen hängt und im Kopf  nur noch die eine Frage kreist, was der Laden in Ullatti wohl zu bieten haben mag. Als ich schon befürchte an Ullatti vorbeigegangen zu sein, ohne es bemerkt zu haben, taucht es endlich auf. 

Mit den Reisen in die Verlegenheit auf den Dörfern gestern ist hier Schluss. Ullatti ist seiner Zeit weit voraus: Die Weihnachtsdeko steht schon. Und gleich dahinter seht ihr den heißersehnten "Supermarkt". 

Es gibt Zimtschnecken, in Schweden keine allzu große Überraschung. Zimtschnecken schmecken mir eigentlich immer, auch bei Regen, und außerdem sitze ich hier überdacht. Doch irgendwann muss ich mich lösen von diesem weihnachtlichen Plätzchen und wieder rein ins Mistwetter. Zurück auf der Straße wird der Regen immer stärker. Irgendwann steigt meine Regenjacke aus. Ich merke, wie das Wasser langsam durch Pullover und T-Shirt sickert, und der vollgesogene Rucksack wird schwerer und schwerer. Als gegen 16 Uhr der Starkregen ganz unerwartet in Nieselregen übergeht, beschließe ich, dieses kleine Wunder zu nutzen, um mein Zelt aufzubauen. 

Eine sinnvolle Entscheidung, wie sich bald herausstellt, denn kaum steht mein rotes Häuschen, kommt auch schon die nächste Sintflut vom Himmel. Doch jetzt liege ich hier drinnen im Trockenen, habe noch ein paar Zimtschnecken übrig und lasse es mir gutgehen. Regenbedingt später gestartet und früher aufgehört, manchmal muss das eben so sein. Morgen soll das Wetter zum Glück gut werden. Dann gibt's wieder mehr Fotos, mehr Sonne und mehr Kilometer.