Tag 251 - 6168 Bäume

Früh morgens der erste Schnee! Naja, noch ist es eher Nassschnee, der sofort wegtaut, und man muss schon genau hingucken. 

Als ich aufbreche, ist das Ganze bereits in Regen übergegangen. 70 km bis zur nächsten Dusche, wie absurd, wenn es literweise von oben auf einen herunterprasselt. Nur hat das Wasser leider nicht ganz meine bevorzugte Duschtemperatur. 

Auch so ein Badesee ist natürlich grundsätzlich eine feine Sache, doch es ist mir einfach zu kalt zum Baden. Kaum zu glauben, dass ich da vor einem Monat wahrscheinlich noch reingesprungen wäre. Ich zelte zwar zu jeder Jahreszeit, aber mit Schwimmen ist irgendwann Schluss. 

Regen- und Kaffeepause - immer wieder schön, wenn sich das zeitlich überscheidet. 

Doch so richtig lange ist es auch im Trockenen nicht auszuhalten, und außerdem muss ich unbedingt weiter, denn es wird jetzt doch schon recht früh dunkel. 

Aber das Ziel, das ich mir für heute gesetzt habe, schaffe ich noch: Norwegen! 

Finnmark heißt die Region, die ich jetzt erreiche und an deren anderem Ende das Nordkap liegt. Keine Sorge, ich bin deshalb noch längst nicht angekommen, denn die Finnmark ist der flächenmäßig größte Vetwaltungsbezirk in ganz Norwegen und zugleich der mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Hier leben auf einem Quadratkilometer im Durchschnitt nur 1,5 Menschen. In Deutschland dagegen sind es 232, in einer Großstadt wie Berlin sogar um die 4000.

Von Andalusien bis in die Finnmark, Europa Süd-Nord ist fast geschafft! 

Norwegen ist neben Schweden das einzige Land meiner Reise, das ich zweimal betrete. Jetzt im Herbst hoch im Norden ist es natürlich deutlich rauer als es Anfang Juli noch weit unten im Süden war. Doch wenn die Finnmark so schön bleibt wie dieser Zeltplatz, dann wird das hier ein landschaftlich grandioser Abschluss meiner Tour.