Kapitel 1 - Von Tarifa bis nach Salamanca

Heute verbringen Martin und ich einen sehr gemütlichen Tag in Salamanca. Salamanca ist die älteste Universitätsstadt Spaniens, und die wirklich wunderschöne Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir schlendern durch die Gassen...

Auch zwischen immergrünen Korkeichen gibt es kalte Nächte. Morgens ist alles voller Raureif und meine eingefrorene Zeltplane knartscht beim Zusammenfalten wie ein rostiges Blech. Sehnsüchtig sehe ich der Sonne zu, wie sie höher und höher steigt und hoffe, dass mir heute irgendwann nochmal warm wird.

Reichlich Pfützen auf dem Weg, doch die Sonne ist zurück. Auch in Spanien kann Wasser gefrieren, das hatte ich bisher kaum für möglich gehalten.

Ich steige nochmal ein mit dem letzten Bild von gestern, der Pilgerherberge in Fuenterroble de Salvatierra. Das Wetter hat sich noch kein wenig gebessert, eher im Gegenteil. Der Wind pfeift ums Haus und vom Himmel fällt eine Mischung aus Schnee und Regen. Das Angebot, noch einen Tag zu bleiben, nehme ich also gerne an.

"Zuckerbrot und Regen" wäre ein gutes Motto für diesen Tag. Warum Regen? Das dürfte wohl klar sein. Aber warum Zuckerbrot? Der sogenannte Supermarkt in Banos de Montemayor entpuppt sich leider als eher schlecht sortierter Kiosk. Als Wegzehrung für heute entscheide ich mich für ein kugelförmiges und ungefähr fußballgroßes, dick mit Zucker bestreutes Brot. Von diesem Ding breche ich mir alle paar Stunden einige Stücke ab. Die danach jedesmal völlig verklebten Hände kann ich...

Wie ich heute morgen feststelle (lautstarke Weckrufe), ist die Weide, auf der ich übernachtet habe, nicht nur von Kühen, sondern auch von Störchen bevölkert. Beim Frühstück schaffe ich es tatsächlich, beide auf ein Bild zu kriegen.

Sollte aus dieser Tour auch wieder ein Buch werden, dann wäre "Unter Korkeichen" kein schlechter Titel für das Spanien-Kapitel. Jedenfalls laufe ich auch heute wieder durch scheinbar endlosen Korkeichenwald.

Ich folge weiter dem Pfad über Korkeichen-bestandenes Weideland, auf dem ich gestern gekommen bin, und er nimmt so schnell kein Ende. Ich habe aber auch gar nichts dagegen, denn es ist wunderschön.

Kurz zur Überschrift: Nein, ich bin heute nicht 583 km gelaufen. Das sind die Gesamtkilometer vom Startpunkt Tarifa bis jetzt.

Heute ist offenbar der Tag der Kondensstreifen. Häufig deuten die Dinger auf Wetterverschlechterung hin, von wegen viel Feuchtigkeit in den oberen Luftschichten, aber eigentlich sieht es danach nicht aus.

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