Länge der Tagesetappen:

🥱 10 km - 2 Stunden - lohnt sich kaum

😊 15 km - 3,5 Stunden - Spaziergang

😎 20 km - 5 Stunden - entspannt

🙂 25 km - 6,5 Stunden - machbar

😏 30 km - 8 Stunden - ambitioniert

🙄 35 km - 9,5 Stunden - anstrengend

😩 40 km - 11 Stunden - schmerzhaft

🥵 45 km - 12,5 Stunden - ungesund

Meine Geschwindigkeit beim Wandern mit Gepäck beträgt etwa vier Kilometer pro Stunde. Doch ein Kilometer ist nicht gleich ein Kilometer, mal braucht man ewig, mal ist es fast wie fliegen.

Wie schnell ich vorwärts komme, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab:

Wetter, Untergrund, Wegmarkierung, Gepäck, Tagesform...

Manchmal sind also auch fünf bis sechs Kilometer pro Stunde drin, manchmal nur zwei bis drei.

Gepäck:

Mein Rucksack wiegt zwischen 12 und 24 kg,

je nachdem wie viel Proviant und Wasser ich gerade schleppen muss,

für welches Wetter ich ausgerüstet bin und wie lange ich unterwegs sein will.

 

Zwar zählt beim Wandern jedes Gramm, doch auch Komfort und Sicherheit sind wichtig. Deshalb bin ich nicht der ultralight-Typ, aber das muss jeder für sich entscheiden. Worauf man verzichten möchte und worauf nicht, ist individuell sehr verschieden, hängt davon ab, ob man zeltet oder in Hütten schläft, im Restaurant isst oder selber kocht... Außerdem mag und kann nicht jeder gleich viel tragen. Für Kleidung und Ausrüstung spielt zudem die Jahreszeit eine Rolle, die Länge der Tour, das Klima im Reiseland, das persönliche Temperaturempfinden...

 

Es gibt allerhand Packlisten für jedes Bedürfnis: Ein- und Mehrtagestouren, mit und ohne Zivilisation, Berge oder nicht, Mittelmeer oder Grönland, Wüste oder Schnee und Eis...

 

https://www.packlisten.org/

https://www.outdoor-magazin.com/wandertipps/so-starten-sie-bestens-geruestet-auf-tour-1/

https://www.globetrotter.de/beratung/packlisten/

https://www.bergfreunde.de/basislager/packliste-trekking/

Wildzelten:

Offiziell nicht überall erlaubt, aber meistens trotzdem möglich!

 

Spanien: Eigentlich verboten und manchmal auch schwierig, weil es vielerorts vor Zäunen und Hofhunden wimmelt. Entlang der Jakobswege jedoch geduldet. Als Pilger darf man in Spanien so ziemlich alles. 

 

Frankreich: Eigentlich verboten, doch de facto insbesondere in einsamen, ländlichen Regionen abseits der Touristenhochburgen absolut kein Problem. Meiner Erfahrung nach reagieren Franzosen sehr freundlich auf Wanderer.

 

Deutschland: Bis auf ein paar Ausnahmen leider verboten. Wenn man erwischt wird, kann es teuer werden. Also entweder gut verstecken oder, wenn möglich, den Bauern, Förster, Landbesitzer... fragen.

Ich habe noch nie ein Nein bekommen.

 

Dänemark: Nur an ausgewiesenen Orten erlaubt, allerdings gibt es davon über das ganze Land verteilt sehr viele, so dass es eigentlich nie ein Problem ist, ein Plätzchen zu finden: https://naturstyrelsen.dk/naturoplevelser/overnatning/

 

Schweden, Norwegen, Finnland: Hier gilt das Jedermannsrecht, das heißt, wenn du dich der Natur gegenüber respektvoll verhältst, darfst du so gut wie überall zelten. Für einige wenige, besonders geschützte Gebiete gelten Ausnahmen.  

 

Siehe auch Links zu Karten, Wanderwegen und Schlafplätzen.

Preiswert übernachten:

Am billigsten sind meistens die Campingplätze. Eine Ausnahme bildet Spanien,

hier sind die Pilgerherbergen deutlich günstiger: 

https://www.gronze.com/ 

 

Achtung: Um in einer Pilgerherberge übernachten zu dürfen, brauchst du einen Pilgerausweis: 

https://www.jakobsweg.de/pilgerpass/

 

In Spanien gibt es mit Abstand die meisten Pilgerherbergen, in Frankreich auch noch eine ganze Menge, in Süddeutschland vereinzelt, dann, je weiter man nach Norden kommt, immer weniger. 

 

Jugendherbergen findest du in ganz Europa. Eine Mitgliedschaft im deutschen Jugendherbergswerk reicht aus, um auch in anderen Ländern ermäßigt zu übernachten: 

https://www.jugendherberge.de/

 

Will man bloß mal ein Dach über dem Kopf haben und am warmen Ofen sitzen, dann bieten sich in Norwegen, Schweden und Finnland die Berghütten an. Sie sind verhältnismäßig günstig, manchmal sogar gratis, jedoch in der Regel ohne Strom und fließend Wasser. 

 

Siehe auch Links zu Karten, Wanderwegen und Schlafplätzen.

Reise-Budget:

Ich finde low-budget ist nicht nur billiger, sondern macht auch mehr Spaß. Man muss improvisieren und hier und da um Hilfe bitten, notfalls mit Händen und Füßen. Dabei kommt man leichter mit Land und Leuten in Kontakt und bewegt sich viel häufiger auch mal abseits der Touristenströme.

 

Außerdem werden richtige Langstreckenwanderungen über mehrere Monate durch low-budget überhaupt erst erschwinglich. Jede Nacht im Hotel, dafür fehlt den meisten Leuten (mich eingeschlossen) schlichtweg das nötige Kleingeld.

 

Für meine Tour von der Straße von Gibraltar bis ans Nordkap hatte ich 4500 Euro, also 500 Euro pro Monat gespart. Am Ende hatte ich noch 1500 Euro übrig. Ich bin also mit etwas über 300 Euro pro Monat ausgekommen: etwa 100 Euro für Übernachtungen und 200 Euro für Essen. 

 

Klar, auch das ist viel Geld, das man nicht mal so eben nebenbei zurücklegt, doch was ich sagen möchte ist: Reisen zu Fuß (seien es kurze oder lange Touren) kann viel billiger sein als du vielleicht denkst!

Trinkwasser:

Im dünnbesiedelten Skandinavien kannst du bedenkenlos Wasser aus Flüssen und Bächen und oft sogar aus Seen trinken. Im Rest von Europa mache ich das nur im Notfall und dann auch nur mit Filter oder Abkochen. Hier gibt es andere Möglichkeiten, um an Trinkwasser zu kommen. Die zuverlässigsten Quellen sind öffentliche Toiletten, Tankstellen, Friedhöfe und nette Menschen am Wegesrand, die gerade auf ihrer Terrasse sitzen und einem die Flaschen sozusagen über den Gartenzaun auffüllen.

Proviant:

Im Fußgängertempo stößt du nicht selten nur alle drei oder vier Tage auf eine Einkaufsmöglichkeit, im hohen Norden Europas oft sogar nur einmal pro Woche. Wenn dann ein Laden zu hat, ist das eine mittelschwere Katastrophe. Deshalb recherchiere ich die Öffnungszeiten der Supermärkte am Weg im Vorfeld. Denn um vor verschlossener Tür zu stehen, ist mein Proviant einfach zu knapp kalkuliert.

 

Eine meiner üblichen Tagesrationen wiegt etwa 750g und sieht ungefähr so aus:

 

  • zum Frühstück: 150g Haferflocken und Kakao (mit Wasser aufgegossen).
  • tagsüber: ein 300g schwerer Mix aus Nüssen, Trockenobst, Knäckebrot, Keksen, Schokoriegeln und was sonst noch so an kalorienreichem Zeug zu haben ist.
  • abends: 200g Nudeln, Reis, Kartoffelpüree oder Couscous... und für den Geschmack rühre ich das Ganze in eine Tütensuppe ein.
  • als Nachtisch: 100g Schokolade - manchmal das Highlight des Tages🤣

 

Frisches Obst und Gemüse wiegt wegen des hohen Wasseranteils ziemlich viel, hat aber kaum Kalorien. Deshalb trage ich es nicht durch die Landschaft, sondern stopfe es in übertriebenen Mengen direkt vorm Supermarkt in mich hinein, sozusagen auf Vorrat.

 

Nach besonders ausgewogener, kulinarisch anspruchsvoller Ernährung klingt das eher nicht, doch unterwegs schmeckt einfach alles!!!