Tag 74 - 1862 Bäume

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Jedenfalls nicht auf den ersten paar Kilometern. 

Nun bedeutet Frühnebel ja häufig gutes Wetter. Ich hoffe sehr, dass das auch auf  heute zutrifft, und bitte natürlich Bernoscha, sich dies möglichst intensiv zu wünschen.

Und siehe da, es funktioniert!

Bernoscha möchte zunächst einmal als erstes, einziges und kleinstes Schaf den europaischen Kontinent zu Huf durchqueren, doch für die Zeit danach denkt er ernsthaft über eine Karriere als Glücksfee nach. Kein schlechter Plan, doch ein wenig perfektionieren sollte er seine Fähigkeiten vielleicht schon noch, denn ein wolkenlos blauer Himmel sieht anders aus. 

Doch immerhin, ein paar Stunden Sonne kriege ich ab.

Vor der Kirche von La Coquille ist sogar noch eine trockene Mittagspause drin. Toll, wenn man zum Essen nicht unter den Tisch kriechen muss! Naja, hier hätte es auch keinen gegeben. Gestern und heute sind eben zwei grundverschiedene Dinge: Gestern war erst Regen dann Sonne, heute ist es umgekehrt. Daran kann leider auch Bernoscha nichts ändern, und so stampfen wir kurz hinter La Coquille wieder durch trübe, feuchtkalte Herbststimmung. 

Irgendwo zwischen diesen kahlen Bäumen verlasse ich die Dordogne und betrete das Département Haute-Vienne.

Hm, Haute-Vienne... also das könnte jetzt auch Finnland sein. Aber mal schauen, vielleicht bin ich ja morgen zurück in Frankreich, denn schließlich sind ja auch heute und morgen zwei grundverschiedene Dinge, und außerdem hat Bernoscha die ganze Nacht Zeit zum Wünschen 🐑🍀🌞