Sarek Nationalpark

Der Sarek wird gern als "Europas letzte Wildnis" bezeichnet. Zwar stimmt das nicht so ganz, denn es gibt andere ähnlich einsame, wilde und schöne Fjällregionen. Doch das Wandern im Sarek ist dennoch eine ganz besondere Herausforderung, denn anders als in vielen anderen schwedischen Wandergebieten gibt es keine markierten Wege, keine Holzstege über die Sümpfe und, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, auch keine Brücken. Selbst größere Flüsse musst du furten, das heißt zu Fuß überqueren. Luftlinie erstreckt sich der Nationalpark von Süd nach Nord etwa 60 km weit, von West nach Ost sind es 45 km. Für eine Durchquerung solltest du ein bis zwei Wochen einplanen - je nachdem, welche Rote du wählst. Während dieser Zeit bist du völlig auf dich allein gestellt. Übernachtungshütten oder Möglichkeiten, deinen Proviant aufzustocken findest du unterwegs nicht. Auch der Handyempfang ist schlecht, bestenfalls kommt in höheren Lagen mal ein wenig Netz angeflogen. Du brauchts reichlich Lebensmittel und eine Ausrüstung, die auch extremeren Wetterbedingungen standhält. Außerdem ist es von Vorteil, wenn du ein wenig Erfahrung mitbringst, schon mal in den Bergen gewandert bist, das Laufen auf schwierigem Terrain und das Furten von Flüssen geübt hast, dein Lauftempo und deinen Kalorienverbrauch kennst und mit deinem Equipment gut vertraut bist. Mit anderen Worten: Eine Sarek-Tour verlangt einige Vorbereitung, und bleibt trotzdem ein nicht ganz ungefährliches Stolpern über Stock und Stein in nassen Schuhe und mit einem ziemlich schweren Rucksack auf dem Buckel. Doch die Sache lohnt sich!

In den Sarek Nationalpark gelangst du am besten vom Kungsleden oder vom Padjelantaleden aus. Die Orte Kvikkjokk, Ritsem oder Saltoluokta sind mit Bahn und Bus erreichbar und eignen sich gut als Start- oder Zielpunkte einer Sarek-Tour. Hier gibt es jeweils eine Fjällstation, wo du all den Komfort findest, den man vor oder nach einem Wildnis-Trip ganz besonders gut gebrauchen kann: ein warmes Zimmer, Proviantverkauf, Waschmaschine, warme Dusche, Strom, WLAN...

Von der Fjällstation Kvikkjokk aus folgst du dem Kungsleden etwa 7 km in Richtung Norden. An der Brücke über den Fluss Njáhkájåhkå gibt es ein Toilettenhäuschen. Kurz darauf gabelt sich der Weg. Der Kungsleden verläuft in Richtung Nordosten. Um in den Sarek zu gelangen, schlägst du den Pfad geradewegs nach Norden am Ufer des Unna Dáhtá ein. Knapp 2 km nördlich des Sees erreichst du die Nationalparkgrenze.

Nach Saltoluokta gelangst per Boot von der Bushaltestelle Kebnats aus. Knapp einen Kilometer südlich der Fjällstation zweigst du vom Kungsleden auf einen Pfad zum See Pietsaure ab. Der Weg führt anstrengend aber wunderschön durch den Nationalpark Stora Sjöfallet bis zur Brücke über den Guhkesvákkjåhkå. Erst hier erreichst du nach 28 km, für die du zwei Tagesetappen einplanen solltest, den Sarek Nationalpark.

 

Alternativ folgst du dem Kungsleden bis zur Übernachtungshütte Sitojaure. Dort kannst du dir eine Bootsüberfahrt zur bereits innerhalb des Sarek gelegenen Samisiedung Rinim am anderen Ende des Sees organisieren.

 

Oder du läufst auf dem Kungsleden weiter in Richtung Aktse. Etwa 1 km nördlich der Übernachtungshütte zweigst du nach Westen auf einen Pfad den Hang hinauf in Richtung des Berges Skierfe ab. Nach ca. 2 km überquerst du die Nationalparkgrenze. Diese Variante funktioniert auch gut von Kvikkjokk aus, von Saltoluokta ist es aber ein wenig näher.

Von Ritsem aus kannst du mit dem Boot nach Änonjalme übersetzen. Dann wanderst du auf dem Padjelantaleden in Richtung Süden. Nach 15 km kurz vor der Kisuris-Hütte erreichst du eine Brücke über den Fluss Sjnjuvtjudisjåhkå. Hier grenzen Padjelanta, Sarek und Stora Sjöfallet unmittelbar aneinander. Dort, wo am anderen Ufer Schautafeln über alle drei Nationalparks stehen, zweigst du entweder nach Süden in Richtung Guohpervágge oder nach Südosten ins Ruohtesvágge ab.

Hilfreiche Links für die Planung einer Sarek-Tour:

https://naturkartan.se/de/nationalparker/sarek

https://www.svenskaturistforeningen.se/guider-tips/leder/sarek/

https://www.sverigesnationalparker.se/park/sarek-nationalpark/

https://laponia.nu/upplev/sarek-praktisk-information/

 

Am aller hilfreichsten jedoch finde ich dieses Buch:

https://www.reise-know-how.de/de/produkte/wanderfuehrer/wanderfuehrer-sarek-trekking-schweden-4265

In Schweden der absolute Klassiker und mittlerweile auch in deutscher Übersetzung erhältlich. Der Autor beschreibt zwanzig verschiedene Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die man zu beliebig langen Touren zwischen Kvikkjokk und Ritsem, Padjelanta- und Kungsleden kombinieren kann. Der Text ist voller nützlicher Informationen über den Verlauf der Pfade, das Furten der Flüsse, gute Zeltstellen, Vorschläge für Gipfeltouren etc. Hier findest du alles, was du zur Vorbereitung brauchst!