Tag 128 - 3146 Bäume

Das erste Dorf, durch das wir heute morgen laufen, ist Brakelsiek. Wem das nichts sagt, ging mir genauso, aber jetzt weiß ich, von dort stammt unser derzeitiger Bundespräsident. 

Dahinter folgt der malerische Ort Schieder. Hier bin ich dank unserer gestrigen NABU-Gastgeber beim Bürgermeister zum Kaffee eingeladen. Er ist sehr interessiert an meiner Wanderung und der Spendenaktion und veröffentlicht auch gleich einen facebookpost dazu. So etwas motiviert mich und hilft mir sehr, denn je mehr Menschen davon wissen, desto größer ist die Chance, dass es mir wirklich gelingen wird 6500 Euro für neue Bäume zu sammeln. Vielen Dank, Herr Bierwirth, für den freundlichen Empfang, das spannende Gespräch und Ihr Engagement! 

Durch den wunderschönen Schlosspark von Schieder und am Schiedersee entlang wandern wir weiter in Richtung Bad Pyrmont. 

Nach einigen Kilometern waldigen Auf-und-Abs treten wir zwischen den Bäumen hervor, und plötzlich liegt die Stadt vor uns unten im Tal. Ganz klein in der Ferne sind die Häuser auf die grünen Wiesen und Hänge verstreut. Das Ganze sieht ein wenig aus wie eine Modellbaulandschaft, vor allem unter dem heute so unwirklich blauen Himmel. Kurz vor der Stadtgrenze verlassen wir Nordrhein-Westfalen und betreten Niedersachsen. 

Bad Pyrmont ist ein hübscher, für meinen Geschmack allerdings etwas zu luxuriös aufgemotzter Kurort. Doch das Schloss ist wunderschön, gar keine Frage. 

Und auch die Hauptallee kann sich sehen lassen. 

Seine Bekanntheit verdankt der Ort den Heilquellen, die hier schon seit über 2000 Jahren aus dem Boden sprudeln. Auf dem Brunnenplatz kann man das sogar sehen. 

Und noch etwas hat die Stadt zu bieten: Jede Menge Palmen. Hier gibt es einen der größten Palmengärten Nordeuropas. Irgendwo in der Nähe von Limoges hatte ich mal behauptet, das wäre jetzt die letzte Palme gewesen, doch da hatte ich die Rechnung ohne Bad Pyrmont gemacht. Bei dem Wetter heute sieht das hier aus wie in Andalusien. 

Der Campingplatz liegt etwas außerhalb und wunderschön ruhig. Die Höhenzüge, die wir morgen in Richtung Hameln hinauf müssen können wir von hier aus schon sehen und uns somit mental auf morgen einstellen.